Metasprache

Kürzlich hatte ich eine Einführung bei einer Gruppe von Bildungsbeauftragten mit leitenden Funktionen in Spitälern, Unternehmen, Schulen. Wir überlegten uns, was Lernen mit Medien und ICT bedeutet und warum Bildung ICT braucht.

Ich verwendete den ICT-Kompass, ein valables Instrument zur Diskussion dieses Themas, sowie Werner Hartmanns 10 Thesen zu Schule und Medien in 20 Jahren.

Welche Wege die einzelnen Diskussionsgruppen nehmen sollten, überliess ich ihnen. Sie sollten die Themen diskutieren und erörtern, die sie auch interessierten.

Das Resultat war interessant. In der Frauen-Gruppe wurden mehr positive Aspekte des Medieneinsatzes erwähnt. Sicher waren auch sie nicht unkritisch, aber das soll man ja auch nie sein. Audsserdem hatten die Mitglieder dieser Gruppe offensichtlich mehr Erfahrung mit mediengestütztem Lernen.
In der Gruppe, in der die Männer in der Überzahl waren, überwogen die negativen Feststellungen, wie etwa: Computer sind an sich nichts Gutes, man soll möglichst wenig Zeit davor verbringen, nonverbale Kommunikation geht vollkommen verloren, Sprachkompetenz verarmt, Vereinzelung etc.
Vielleicht war es auch nur Zufall?

Interessant waren auch die Aspekte, die von beiden Gruppen angesprochen wurden:

– Medienkompetenz
– Sprachkompetenz
– Effizienz
– Globalisierung
– Individualisierung / Vereinzelung

Ich habe festgestellt, dass sich die Kompetenzdiskussion auf einer Metaebene abspielt, und dass also Medienkompetenz eine Metasprache bedingt. Also eine Sprache über Sprache, Kommunikation und den Mitteln dazu. Vielleicht wären dann die Voten differenzierter, es hiesse vielleicht weniger: Es ist besser, wenn die Kinder sich bewegen, sie sollen nicht vor dem Computer sitzen. Es ginge vielleicht darum, wozu sie vor dem Computer sitzen dürfen, sollen, wollen, können…
Die Sprache und das Verständnis scheinen einen weiteren Komplexitätsfaktor darzustellen. Wer hat denn früher gesagt, dass man eben lesen können müsse, um Bücher zu benutzen? Niemand. Man hat vorausgesetzt, dass alle lesen können. Nun: 16% aller Schweizer/innen sollen da ein Defizit aufweisen, laut ALL-Studie. Das ist knapp jede 6. Person. Hätten wir vielleicht bereits im Buchzeitalter eine Metasprache gebraucht, die zu entwickeln uns jetzt so viel Mühe macht?

Advertisements



    Kommentar verfassen

    Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

    WordPress.com-Logo

    Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

    Twitter-Bild

    Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

    Facebook-Foto

    Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

    Google+ Foto

    Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

    Verbinde mit %s



%d Bloggern gefällt das: